Glaubens-ABC
"Abendmahl"
(jh) - Diese Hauptfeier der Christen geht zurück auf das letzte Mahl
Jesu mit seinen Jüngern vor seiner Gefangennahme und Kreuzigung. Es
wurde nach der Überlieferung (Markus 14,12-25) als Passahmahl gefeiert,
das die Juden einmal im Jahr zur Erinnerung an die Errettung durch Gott
aus der Gefangenschaft in Ägypten begehen. Die ersten Christen setzten
dieses »Brotbrechen« im Gedenken an Jesus fort (Apostelgeschichte 2,
46). Bei den Worten »Das ist mein Leib. Das ist mein Blut, das Blut des
Bundes, das für viele vergossen wird« erlebten sie die Gegenwart Jesu
als Stärkung ihrer Glaubens- und Lebensgemeinschaft. Im Mittelalter
wurde das Abendmahl zum Sakrament erklärt, d. h. zu einer für die Kirche
grundlegenden und typischen Form der Vermittlung göttlicher Gnade. Nach
katholischem Verständnis kann nur ein geweihter Priester durch das
Sprechen der Einsetzungsworte Brot und Wein in den Leib und das Blut
Jesu verwandeln (= Transsubstantiation). Damit wird vor Gott das Opfer
wiederholt, das Jesus durch seinen Tod für die Menschen gebracht hat.
Die Gläubigen nehmen es mit Danksagung an (=Eucharistie).
Auch für Luther ist Brot und Wein Christus selbst; aber nicht so, dass
Christen ihn in einer geweihten Hostie anbeten, aufbewahren und in
Prozessionen herumtragen. In der evangelischen Kirche darf grundsätzlich
jeder Christ die Einsetzungsworte sprechen, wenn es nach der Ordnung der
Kirche geschieht. Der Reformator Calvin sah die Besonderheit der
Abendmahlsfeier im Glauben der Teilnehmer begründet. Für Zwingli war es
hauptsächlich eine Gedächtnisfeier. Diese Unterschiede führten zu
erheblichem Streit und sogar zur Aufhebung der Abendmahlsgemeinschaft
zwischen den Konfessionen, die aus der Reformation hervorgingen.
Heute sehen viele Christen im Abendmahl mehr das Verbindende und feiern
es deshalb trotz unterschiedlicher Auffassungen zusammen. Die
Einstellung eines Menschen zum Abendmahl hängt neben dem allgemeinen
Glaubensverständnis auch von der Vorbereitung darauf ab. Sie findet u.a.
in der Familie, im Religions- und Konfirmandenunterricht und in der
Jugendarbeit statt. Viele Christen haben heute neuen Zugang zum
Abendmahl gefunden, weil es nicht nur als „ernste Feier“ an den
Gottesdienst angehängt gestaltet wird, sondern immer häufiger als Teil
eines Gottesdienstes – wie in unserer Kirchengemeinde St.Georgsberg.
Ebenso sind Hausabendmahlsfeiern möglich.

