Glaubens-ABC
"Altar"
(hm)
- Der frisch restaurierte Altar in unserer Kirche St. Georg auf dem
Berge stellt uns die Heilsgeschichte Gottes bildhaft vor Augen: Der alte
Steintisch, dessen Steinplatte vielleicht schon aus der Ansveruszeit
stammt, ist mit Kerzen, Blumen, einer weißen Tischdecke und der Bibel
festlich geschmückt als Abendmahlstisch. Das Bild, das Jesus mit seinen
Jüngern beim letzten Mahl zeigt, ist nach der Restaurierung heller und
damit besser zu erkennen.
Darüber ist die Kreuzigungsszene plastisch dargestellt. Maria, die
Mutter Jesu, und der Jünger Johannes stehen unter dem Kreuz. Rechts und
links davon flankieren die allegorischen Figuren „Glaube“ mit Kelch und
Bibel in der Hand, sowie „Hoffnung“ mit Taube und Anker diese Szene. Die
Inschrift „INRI“ oben am Kreuz, die der römische Statthalter Pontius
Pilatus wohl zur Abschreckung hat anbringen lassen, bedeutet: „Jesus von
Nazareth, König der Juden“. Darüber glänzt der goldene Strahlenkranz mit
dem hebräischen Gottesnamen „JAHWE“. Gottes Name erstrahlt über dem
grausamen Geschehen von Golgatha. Er weist hin auf den Sieg Gottes über
den Tod und die Auferstehung Jesu Christi.
Darüber befindet sich eine Weltkugel. Auf ihr thronen, flankiert von
zwei Engeln, (trotz des Bilderverbotes aus 2. Mose 20,4) Gott-Vater und
– aus der Sicht des Betrachters „zu seiner Rechten“ – Gott-Sohn. Die
Macht Gottes symbolisiert das Zepter in seiner Hand. Er regiert als
König die Welt. Jesus Christus hält das Kreuz als Siegeszeichen in die
Höhe. Er hat den Tod überwunden. Er ist auferstanden, zum Himmel
aufgefahren, sitzt nun zur Rechten Gottes und regiert mit ihm zusammen
die Welt. Abgeschlossen wird diese himmlische Szenerie der Trinität
durch die Taube als Symbol des Heiligen Geistes an der Decke der Kirche.
Der Altar ist in spätbarockem Ädikula Stil im Jahre 1720 für unsere
Kirche gestiftet worden. Der Künstler oder die Herstellerwerkstatt sind
unbekannt. Ähnliche Altäre finden sich in mehreren Kirchen unseres
Kirchenkreises.

