Glaubens-ABC
"Bethlehem"
(hm)
„Lasst uns nun gehen nach Bethlehem und die Geschichte sehen, die da
geschehen ist.“ Dieser Aufforderung der Hirten nach der Verkündigung der
Engel sind wir gefolgt. Mit einer Gruppe aus unserer Gemeinde haben wir
im Oktober Bethlehem und das Heilige Land besucht. Wir haben die
Hirtenfelder und die Geburtskirche gesehen. Und auch die moderne
palästinensische Stadt am Stadtrand von Jerusalem.
Für uns Christen ist Bethlehem untrennbar mit der Geburt Jesu und der
Weihnachtsgeschichte verbunden. Doch in der Bibel spielt diese Stadt
schon sehr viel früher eine wichtige Rolle. Zum ersten Mal wird sie 1.
Mose 35,19 erwähnt. Rahel, die zweite Frau Jakobs, bringt ihren jüngsten
Sohn Benjamin zur Welt, stirbt bei der Geburt und wird in „Efrata, das
nun Bethlehem heißt“ beerdigt. Ihr Mann Jakob war der dritte Stammvater
des Volkes Israel nach Abraham und Isaak. Er bekam den Beinamen
„Israel“. Er hatte zwölf Söhne. Aus ihnen sind die zwölf Stämme Israels
entstanden.
1. Samuel 16,1 heißt es: „Gott ersieht sich einen neuen König“ als
Nachfolger für Saul, den ersten König Israels. Dieser neue König soll
aus Bethlehem stammen. Er ist einer der acht Söhne des Isai. Gottes Wahl
fällt auf den jüngsten Sohn, auf den Schafhirten David. Samuel salbt ihn
zum König. David aus Bethlehem wird dann der bedeutendste König in der
Geschichte Israels.
Der in späteren Jahrhunderten erwartete und erhoffte Messias sollte ein
Nachkomme Davids sein. So weissagen es die Propheten. Der Prophet Micha
verheißt 5,1: „Und du, Bethlehem, Efrata, die du klein bist unter den
Städten in Juda, aus dir soll mir der kommen, der in Israel Herr sei,
dessen Ausgang von Anfang und von Ewigkeit her gewesen ist.“
Im Stammbaum Jesu Matthäus 1 wird belegt, dass Jesus über Josef aus dem
Hause Davids stammt. Deshalb müssen Maria und Josef bei der Volkszählung
des Kaisers Augustus nach Bethlehem gehen, damit der Messias Jesus wie
sein Vorfahre David 1.000 Jahre früher in Bethlehem geboren wird.

