Glaubens-ABC
"Gemeinde"
(jh)
- Das Wort bezeichnet sowohl eine örtliche Bürgergemeinde wie auch die
Glaubensgemeinschaft von Christen bzw. eine Organisationsform der
Kirche.
Der entsprechende Begriff im Alten Testament bedeutet »Versammlung«, im
Neuen Testament »die Herausgerufenen«; er ist dort gleichbedeutend mit
Gesamtkirche. Gemeinde wird an einigen Stellen »Leib Christi«, »Tempel
Gottes« oder »Volk Gottes« genannt.
In der Gemeinde wird das Wort Gottes verkündigt. D.h.: Die Gemeinde hat
den Auftrag, Menschen zu Gott zu führen, ihnen das Heil in Jesus
Christus zu verkündigen, zum Glauben einzuladen und durch Taufe und
Abendmahl Gottes Heilswirken am Menschen zu bezeugen.
Rechtlich und organisatorisch ist eine Kirchengemeinde die Zahl und
Gemeinschaft der in einem bestimmten Bereich wohnenden Mitglieder einer
Konfession bzw. Kirche. In Deutschland gehören in Dorf- und
Stadtgemeinden durchschnittlich 1800 Gemeindeglieder zu einer
Pfarrstelle (auf dem St.Georgsberg sind es rund 2400, in den Freikirchen
sind es weniger). Durch besondere Interessen und Bekanntschaften oder
für bestimmte Personengruppen (wie z.B. Studenten oder Kranke) können
sich auch andere Kriterien für die Zugehörigkeit ergeben als der
Wohnort.
Organisation, Rechte und Aufgaben einer Kirchengemeinde sind in der
Kirchenverfassung geregelt. Sie sollen Verkündigung, Lehre, Gemeinschaft
und Dienst ermöglichen.
Meistens gehören zu einer Gemeinde mindestens ein Kirchengebäude,
Pfarrstelle(n) und Mitarbeiter sowie je nach örtlichen Gegebenheiten
Gemeindehaus, Friedhof, Jugendheim, Kindergarten oder andere
Einrichtungen.
Das Leben der Gemeinde vollzieht sich in verschiedenen Formen von
Gottesdiensten, Taufen, Abendmahl, Bibelstunden, Trauungen,
Bestattungen, Seelsorge & Beratung, Besuchsdiensten, gegenseitige Hilfen
und Aktionen für Bedürftige, Gruppen für Kinder, Jugendliche, Erwachsene
und Alte u.a.m. Information (z.B. durch Gemeindebriefe), Erklärungen im
Konfirmandenunterricht und eigenes Interesse können helfen, das
vielfältige Angebot einer Gemeinde kennen zu lernen und in Anspruch zu
nehmen.
Ebenso wichtig ist die Kirchengemeinde aber als Feld für eigene aktive
Betätigung, in der sich in der Übernahme regelmäßiger Dienste und Ämter
oder bei gelegentlicher Mitarbeit Begabungen entfalten (auch »Charisma«
genannt). Über die Gemeinde finden Christen auch Zugang zu speziellen
Angeboten der Kirche wie Tagungen, Fortbildungskurse oder ökumenische
Begegnungen.
Geleitet wird die Gemeinde durch den Kirchenvorstand – von den
Gemeindemitgliedern gewählte Vertreter, die das organisatorische, das
finanzielle sowie das inhaltliche Leben in der Gemeinde verantworten.
Jeder Christ sollte aktiven Kontakt zu seiner Ortsgemeinde haben.

