Glaubens-ABC
"Gottesdienst"
(jh)
- In der christlichen Kirche wird Gottesdienst als die Wahrnehmung des
Angebotes und Dienstes Gottes für den Menschen verstanden, aber ebenso
als eine Form, Gott gemeinsam zu ehren, zu loben, zu bitten und von ihm
zu hören.
Deshalb ist die gottesdienstliche Feier neben Lehre, Seelsorge und
Diakonie eines der wesentlichen Elemente der christlichen Gemeinde.
Schon bald nach dem Tod Jesu gab es diese regelmäßigen Zusammenkünfte,
bei denen von Jesus erzählt und vom Glauben gesprochen, aus den
Schriften der Bibel und den Briefen der Apostel vorgelesen, gesungen,
gebetet und gemeinsam gegessen wurde (Abendmahl; Apostelgeschichte
2,42). Daraus entwickelten sich allmählich die Messe und andere
Gottesdienstformen, zu denen u.a. kurze, z.T. im Wechsel gesungene
Begrüßungen und Segenswünsche, Bibellesung, Predigt, Glaubensbekenntnis,
Gebete, Bekanntmachungen aus der Gemeinde und das Sammeln von
freiwilligen Gaben gehören.
Auch Taufen, Trauungen, Konfirmation, Einweihungen, besondere Vorfälle
und Bestattungen können Bestandteil oder Anlass eines Gottesdienstes
sein. Zunehmend beteiligen sich Jugendliche und Erwachsene an der
Vorbereitung und Gestaltung von Gottesdiensten durch Auswahl von Themen,
Texten, Liedern, Medien und mit Instrumentalmusik, Gebeten, Aussagen und
Rollenspiel.
Martin Luther hat nachdrücklich daran erinnert, dass Gottesdienst nicht
nur auf eine besondere Veranstaltung beschränkt bleiben darf (eine
Stunde in der Woche oder noch seltener!); vielmehr sollen Christen ihr
ganzes Leben Gott zur Verfügung stellen (»das ist für euch der wahre und
angemessene Gottesdienst!« Römer 12,1). Gottesdienste als besondere
Feier haben nur Sinn, wenn sie Christen helfen, ihrem Glauben
entsprechend zu leben.

