Glaubens-ABC
"Karfreitag"
(jh)
- Gedenktag des Todes Jesu. Die Silbe »kar« kommt aus dem
Althochdeutschen und bedeutet Klage; die ganze »Kar«woche vor Ostern ist
dem Andenken an Jesu Leiden und Sterben am Kreuz gewidmet.
Ursprünglich waren Tod und Auferstehung Jesu zusammen der Inhalt des
Osterfestes (vgl. z.B. auch die Feier der Osternacht in gegenwärtiger
Zeit, wo genau das wieder abgebildet wird). Seit dem 2. Jahrhundert
wurde der Karfreitag mit Beten und Fasten begangen (vgl. Markus 2,20).
Es gab kein Abendmahl.
Glocken und Orgel schwiegen lange Zeit in den einfacher als sonst
gehaltenen Gottesdiensten.
In der katholischen Kirche ist der Karfreitag kein gebotener Feiertag,
in der evangelischen wird er etwa seit dem 17. Jahrhundert weithin als
hoher Feiertag begangen. Meist ist damit eine Abendmahlsfeier verbunden.
Mittelpunkt des Gottesdienstes ist die Verlesung der Leidensgeschichte
(Abschnitte z. B. aus Matthäus 26-27). In manchen Kirchen wird auch am
Nachmittag zur Todesstunde Jesu (um 15.00 Uhr) eine Andacht gehalten.
Das Empfinden des Geschehens ist besonders an diesem Tag ebenso wichtig
wie Erklärung und Verstehen. Dazu kann auch die weitere Gestaltung des
Tages helfen (z.B. durch entsprechende Musik).
Zwar steht der Karfreitag ganz im Zeichen der Trauer. Für Christen ist
das Kreuz aber auch ein Zeichen des Heils. Jesus Christus hat mit seinem
Sühneopfer "unsern Leib und unsere Seele von der ewigen Verdammnis"
erlöst, so zum Beispiel der protestantische Heidelberger Katechismus von
1563.

