Glaubens-ABC
"Passion"
(jh)
- Mit dem aus der lateinischen Sprache stammenden Wort Passion wird das
Leiden Jesu bzw. die Zeit von Aschermittwoch bis Ostern bezeichnet, in
der sein Weg zum Kreuz und sein Sterben in besonderer Weise bedacht
werden. Diese Zeit - von Aschermittwoch bis Ostern - ist traditionell
eine Fastenzeit , d.h. man verzichtet bewusst auf Dinge, die das
tägliche Leben bestimmen, z.B. bestimmte Nahrungsmittel, um sich besser
auf das „Wesentliche“ des Lebens zu konzentrieren. Die Evangelien
beschreiben Jesu Leben von Anfang an als Leidensweg: In einem Stall
geboren, von den Mächtigen seiner Zeit abgelehnt und verfolgt, sogar von
seinen engsten Freunden und Anhängern missverstanden, verraten und
verlassen; in einem Prozess verspottet und erniedrigt bis hin zur
Hinrichtung als Verbrecher: »Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich
verlassen« schrie er am Kreuz (Markus 15,34). Besonders im
Johannesevangelium erscheint Jesus zwar wie ein König, der in
freiwilligem Gehorsam all das auf sich nimmt, um sein Leben als Opfer
für die Erlösung aller Menschen hinzugeben; aber das Leiden ist deshalb
nicht minder schrecklich. Warum wird diese »Passion« in den Evangelien
und in der Kirche so ausführlich geschildert und bedacht? Für den
Glauben ist sie stellvertretendes Leiden. Wenn das dem Sohn Gottes
geschehen ist, kann es für keinen mehr Schlimmeres geben; es übersteigt
und überwindet alles Leid, das Menschen trifft. Deshalb hat die Passion
Jesu in der darstellenden Kunst, Malerei und Musik und insbesondere in
Liedern und Chorälen ergreifenden Ausdruck gefunden: »Jesu, deine
Passion will ich jetzt bedenken; wollest mir vom Himmelsthron Geist und
Andacht schenken. In dem Bilde jetzt erschein, Jesu, meinem Herzen, wie
du, unser Heil zu sein, littest alle Schmerzen« (EKG 67,1).

