Kirchengemeinde St.Georgsberg
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Glaubens-ABC

"Taufe"

(jh) - Schon vor dem Christentum gab es in orientalischen Religionen und griechischen Mysterienkulten Reinigungs- bzw. Aufnahmeriten durch Waschungen, Untertauchen in Wasser. Auch der Eintritt in die jüdische Religion ist mit einem Tauchbad verbunden. Das Neue Testament berichtet, dass Johannes der Täufer Umkehr predigte und zur Vergebung der Sünden taufte (Markus 1,2-11). Auch Jesus kam zu ihm an den Jordan und ließ sich taufen, taufte selbst aber nicht.
Die in der Apostelgeschichte überlieferte Taufpraxis der Urgemeinde wird auf den Willen des auferstandenen Jesus zurückgeführt: »Darum geht zu allen Völkern und macht alle Menschen zu meinen Jüngern; tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehrt sie, alles zu befolgen, was ich euch geboten habe« (Matthäus 28,19-20).
Die Taufe ist die Form der Aufnahme in die Kirche und der Vermittlung des Heiligen Geistes. Der Apostel Paulus deutet sie (Römer 6) als Symbol und Vollzug der Verbindung mit Jesus: Durch das Untertauchen mit seinem Tod, durch das Auftauchen mit seiner Auferstehung. Alles, was dem entgegensteht, wird durch die Taufe »abgewaschen«. Der Mensch gehört jetzt zum »Leib Christi« und hat ein neues Leben erhalten.
Der Taufe Erwachsener geht das Glaubensbekenntnis voraus, bei Kindern sprechen es die Eltern, Taufpaten und auch die Gemeinde stellvertretend. Dann ist die Taufe ein Zeichen dafür, dass Gottes Zuwendung und Gabe Voraussetzung für unseren Glauben ist. Die Säuglingstaufe ist etwa seit Anfang des 3. Jahrhunderts üblich. Da sie von den Kindern nicht bewusst erlebt wird, gibt es in der Firmung bzw. Konfirmation eine besondere Feier, die auch der Bestätigung der Taufe dient (nachgezogener Taufunterricht). Die Taufe zu einem späteren Zeitpunkt wird heute ebenso wieder praktiziert, u.a. weil manche Eltern ihrem Kind die Entscheidung dafür selbst überlassen wollen oder auch um einem magischen bzw. oberflächlichen Verständnis der Taufe entgegenzutreten. In manchen Kirchen wird nur die Erwachsenentaufe praktiziert (z.B. bei den Baptisten).
Neuerdings findet die Taufe kaum noch im Krankenhaus, zu Hause oder in einer gesonderten Feier statt, sondern in einem Sonntagsgottesdienst mit der Gemeinde. Tauftag und Taufspruch werden in manchen Familien in besonderer Erinnerung gehalten.
Bei Todesgefahr für ein Kind darf jeder religionsmündige bzw. konfirmierte Christ die Taufe vollziehen. Eine Anleitung dazu findet sich im Gesangbuch.