Kirchengemeinde St.Georgsberg
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Glaubens-ABC

"Träume"

„Sind Träume Schäume?“

(hm) - Es ist Abend. Endlich in die Federn, ausruhen, schlafen. Der erschöpfte Geist kommt zur Ruhe, der Körper schaltet auf „Standby“. Die Arbeit der inneren Organe wird heruntergefahren, die Muskeln entspannen sich, der Blutdruck sinkt. Doch halt! Da gibt es etwas in uns, das unbeirrt weiterarbeitet. Die Rede ist von unserem Gehirn. Da es in der Ruhe der Nacht nicht mehr mit der Informationsflut der sinnlichen Eindrücke kämpfen muss, hat es nun Zeit, eine erstaunliche Eigentätigkeit zu entfalten. Während wir hilf- und wehrlos schlummern, wird es zum Autor unzähliger Geschichten und zum Regisseur atemberaubender Filme, von denen wir manche unser Leben lang nicht vergessen.
Jeder Mensch träumt, auch wenn sich nicht alle Menschen an ihre Träume erinnern können. Manchmal haben wir das Bedürfnis, vertrauten Menschen unsere Träume zu erzählen. Manchmal ist ein Traum so außergewöhnlich, dass man ihn einfach erzählen muss. Träume haben heutzutage Konjunktur. Das kann man nicht zuletzt in den Buchhandlungen feststellen.
Es ist kein Zufall, dass auch die Bibel etwas zum Thema „Träume“ zu sagen hat. Wer dieses Lebensbuch aufschlägt, entdeckt in ihm einen bunten Reigen an verschiedenen Traumgeschichten. Immer wieder nutzt Gott die Träume der Menschen, um ihnen eine wichtige Botschaft zu vermitteln. In der Bibel lesen wir von Traumspezialisten wie Josef, von Warnungen in letzter Minute, von Wunschträumen und traumhaften Einsichten in den zukünftigen Gang des Schicksals, aber auch von quälenden Albträumen und verlogenen Traumdeutern.
Die Menschen der Bibel bringen ihre Träume mit Gott in Verbindung. Er ist es, der dort zu ihnen spricht und ihnen Wegweisung und Rat erteilt, aber auch seine Missbilligung und seinen Zorn zeigt. Durch Träume greift Gott ein in die Pläne der Menschen und ruft sie, einen anderen Weg einzuschlagen. Der Traum wird zum Ort der Begegnung zwischen Gott und Mensch. Das kann auch heute noch geschehen.
(Aus dem Buch: „Traumgeschichten der Bibel“ Deutsche Bibelgesellschaft 2005)